Meine Elternzeit – Auszeit für ein kleines Glück

Elternzeit-Auszeit

Eine liebe Freundin und ehemalige Kollegin hat mir vor einiger Zeit gesagt: „Bea, du musst dich unbedingt in der Elternzeit weiterbilden“. Und da hatten wir es wieder. Das kleine jedoch starke Wort „muss“. Was wir nicht immer alles müssen nicht nur im Alltag, sondern auch in der Elternzeit – Auszeit…wir müssen stets auf dem aktuellen Stand sein…wir müssen uns weiterbilden…wir müssen möglichst schnell in den Beruf zurück, denn ansonsten sind wir raus…wir müssen die perfekte Mutter, Köchin, Hausfrau, Partnerin, Liebhaberin sein und was einem sonst noch einfällt….

Wenn überhaupt bin ich für ein können, dürfen oder möchten!

Das ist doch alles verrückt! Wenn überhaupt bin ich für ein können, dürfen oder möchten! Nur dann bereitet es doch überhaupt erst Freude. Und überhaupt, vielleicht ist die Elternzeit – Auszeit einfach nicht die Zeit dafür. Für mich ist es nicht nur Elternzeit, sondern bewusst auch eine Auszeit. Eine bewusste Auszeit aus dieser wuseligen, schnelllebigen Welt.

Was sind schon ein, zwei oder drei Jahre? Die Welt dreht sich immer weiter und wenn wir mal ehrlich sind, was sollen wir denn in der kurzen Zeit verpassen? Die Arbeit ist morgen (und in einem Jahr) auch noch da. Und selbst wenn sich dann etwas verändert hat, wird es wahrscheinlich nicht so gravierend sein. Dann können wir es immer noch lernen und uns einarbeiten.

Das erste Jahr

Unser erstes gemeinsames Jahr ist wie im Flug vergangen. Der kleine Mann ist so schnell „groß“ geworden. Das kleine Baby, das stundenlang auf meiner Brust geschlafen hat, ist jetzt ein Kleinkind.Und kuschelt zum Glück immer noch gern 🙂 Diese Zeit kann nicht zurückgedreht werden, sie kommt nicht wieder.

Ich hätte so wahnsinnig viel verpasst, wenn ich mir nicht diese Elternzeit – Auszeit für meinen Sohn genommen hätte. Wenn ich nach einem Jahr wieder arbeiten gegangen wäre. Dann hätte ich die ersten Schritte verpasst, die ersten Wörter, das erste Mal mit der Gabel essen.

Und ich bin dankbar, dass ich mich für eine längere Elternzeit entschieden habe. Der vergangene Sommer war für mich geprägt durch unsere Dach-Baustelle und irgendwie auch verbunden mit einer Form vom Stress. Dennoch habe ich jede Minute mit Emil genossen und mir bewusst Zeit für uns beide genommen.

Dies wird für Emil der erste Sommer auf zwei Beinen. Der erste richtige Sommer, indem wir im Garten so vieles entdecken können. Und ich kann ihm so lange wie ich möchte in der Sandkiste beim Spielen zusehen. Kein Zeitdruck, keine Termine – sofern wir sie nicht möchten. Wie sehr hätte ich mir diese Ruhe und Leichtigkeit des Alltags auch schon für den vergangenen Sommer gewünscht.

Radieschen aus dem Topf

Lachend der Sonne entgegen

Blickt auf diese große Welt durch Kinderaugen. Tapsend auf Fußspitzen die Welt entdeckend. Nicht immer nur höher, schneller, weiter. Sondern lachend der Sonne entgegen! Hinein in eine bunte Welt. Vielleicht auch eine bessere Welt. Eine achtsamere und freundlichere Welt. Nehmt eure Kinder in den Arm und genießt jede Minute, morgen sind wir bereits alle einen Tag älter und der heutige Tag kommt nie wieder zurück.

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