So optimierst du mit dem 6-Konten-Modell deine Finanzen.

Mit 5 Tagesgeldkonten die Finanzen optimieren.

Kennst du das Sprichwort: „Am Ende des Geldes ist noch so viel Monat übrig“? Mir ging es früher genauso. Als ich etwas jünger war und mein erstes Geld während der Ausbildung verdient habe, hatte ich nie Geld. Es ging fast vollständig für das Auto und Benzin drauf, um damit zur Arbeit zu kommen und leben wollte ich davon auch noch etwas. Und so war am Ende des Monats einfach nicht mehr viel Geld auf dem Konto zum Sparen übrig.

Viele machen den Fehler und leben erstmal von dem Geld und wenn dann am Ende des Monats etwas auf dem Konto übrig bleibt, wird dies gespart oder eben auch nicht. Irgendwann als ich alleine wohnte, fing ich an meine Konten zu optimieren.

Zu Beginn hatte ich zwei Girokonten und ein Tagesgeldkonto. Auf einem Girokonto ging mein Gehalt ein und alle meine Ausgaben ab, das zweite Girokonto war sozusagen mein „Konsum-Konto“ für den laufenden Monat. Das war die Zeit, als es auf den Tagesgeldkonten noch halbwegs vernünftige Zinsen gab *hust*…. parallel befüllte ich Excel-Tabellen mit Ein-Ausgaben und wofür ich sparte…

Irgendwann hatte ich keine Lust mehr für mein Girokonto Geld zu bezahlen. Ich kündigte das Konto bei der Bank vor Ort und behielt das Konto bei der DKB*. Dann legte ich mir mehrere Tagesgeldkonten an und besparte diese zweckgebunden. Eine Zeitlang habe ich die Tagesgeldkonten regelmäßig gewechselt und mir stets das mit den besten Zinsen ausgesucht. In Zeiten der Niedrigzinsen ist dies mittlerweile hoffnungslos. Natürlich sind Tagesgeldkonten keine langfristige Anlage, sondern dienen mir lediglich als Optimierung und Rücklage für geplante Ausgaben im Jahr.

Sparen und Rücklagen bilden

Girokonto als Haupt-Konto

Auf dem Girokonto laufen alle Ein- und Ausgaben zusammen. Am besten setzt du dich hin und notierst alle Ein- und Ausgaben, die du hast. Wer es genau wissen möchte, sollte eine Zeitlang ein Haushaltsbuch führen. Es ist erschreckend, wie viel Geld für Kleinigkeiten weggehen. Ein Kaffee toGo hier, eine Zeitschrift dort oder einmal durch DM „nur Zahnpasta“ kaufen und 30€ sind weg…

Ich bin mit dem kostenlosen Girokonto bei der DKB* sehr zufrieden. Mit der DKB Visa-Card bekomme ich überall kostenlos Bargeld. Weiterhin ist das Konto und die DKB Visa-Card kostenlos, sprich sie kosten keine Gebühren. Unser Gemeinschaftskonto haben wir bei der ING, auch hier sind wir zufrieden und vor allem das automatische „Kleingeld-Sparen“ ist eine nette Angelegenheit. Allerdings wird dieses Konto bald nicht mehr kostenfrei sein (es sei denn du hast einen Geldeingang von über 700€).

Auf deinem Girokonto lässt du nur die Summe für die laufenden monatlichen Fixkosten (Wohnen, Strom, Telefon etc.) sowie für Konsum (Lebensmittel , Benzing, „Taschengeld“ etc.) liegen. Alle weiteren Euronen (mit Ausnahme Geld für langfristigen Vermögensaufbau z.B. in ETF´s) verteilst du zweckgebunden auf die Tagesgeldkonten.

Warum 5 Tagesgeldkonten?

Im ersten Moment mag es etwas verrückt klingen fünf Tagesgeldkonten zu haben. Für mich hat es sich jedoch bewährt das Geld zweckgebunden zurückzulegen und nicht eine große Summe auf einem Konto liegen zu haben. Bei letzterem geht der Überblick schnell verloren und ich möchte nicht parallel noch eine Excel-Tapete befüllen.

In Summe haben wir mittlerweile sogar noch mehr Tagesgeldkonten, da wir z.B. für Urlaub auf einem gemeinsamen Konto das Geld ansparen. Des Weiteren bedeuten viele Konten nicht, dass du dich mehrmals anmelden musst. Denn bei vielen Tagesgeldanbietern musst du dich nur einmal anmelden und kannst mehrere Tagesgeldkonten erstellen. Zum Beispiel sind bei Moneyou bis zu fünf Konten möglich.

Per Dauerauftrag werden die Tagesgeldkonten je nach Gehaltseingang zum 01. oder 15. des Monats bespart. Der Vorteil von Tagesgeldkonten ist die kurzfristige Verfügbarkeit über das Geld in der Regel innerhalb von 24h.

1. Konto für Versicherungen und jährliche Rücklagen

Kennst du auch den Überraschungsmoment, wenn auf einmal wieder eine Versicherung fällig ist? Das ist ungefähr ähnlich wie mit dem Schnee im Winter…mit dem rechnet auch niemand. Viele Kosten wie zum Beispiel Versicherungen, Steuern und Gebühren fallen in der Regel quartalsweise oder jährlich an. Versicherungen sind in der Regel günstiger, wenn sie jährlich gezahlt werden. Zähle alle diese Posten zusammen und rechne dir aus, was du dafür monatlich zurücklegen musst. Diesen Betrag legst du dann monatlich auf das Tagesgeldkonto für „Versicherungen und jährliche Rücklagen“.

Beispiel:

Ausgaben Haushalt

Macht monatlich 139€ (gerundet), die in diesem Beispiel auf dem Tagesgeldkonto landen. Wenn jetzt wieder eine Versicherung fällig ist, tut es nicht mehr so weh. Das Geld liegt bereit und ist verfügbar.

2. Konto für Urlaub

Wer fährt nicht gerne in den Urlaub und lässt es sich dabei gut gehen? Ich denke jeder! Doch auch der Urlaub kann eine kostspielige Angelegenheit sein. Wie oft möchtest du im Jahr in den Urlaub fahren? Oder wieviel Geld möchtest du im Jahr dafür aufwenden? Wenn du jeden Monat 50€ auf dein Urlaubskonto legst, kannst du für 600€ im Jahr in den Urlaub fahren. Sind größere Urlaube geplant kann entsprechend mehr Geld zur Seite gelegt werden.

3. Konto für Gesundheit

Zahnreinigung, Zahnfüllungen, Heilpraktiker, im Krankenhaus ein Einzelzimmer, Krankenhauszuzahlung, etc. Selbst mit einer Zusatzversicherung bleibt in der Regel ein Eigenanteil. Für mich hat sich daher ein Konto für die „Gesundheit“ bewährt.

Hauptsächlich nutze ich es für die Zuzahlung zum Heilpraktiker, da meine Versicherung nur 80% der Kosten übernimmt, für die Zahnreinigung und für Gesundheitskurse. Für Gesundheitskurse bekomme ich zweimal im Jahr von der Krankenversicherung etwas erstattet, jedoch nicht die volle Summe.

Früher hätte ich nicht gedacht, dass auch schon in jungen Jahren das Thema Krankenhaus relevant sein kann… Nach meiner nicht ganz so einfachen Schwangerschaft sieht das mittlerweile anders aus. 18 Tage Krankenhaus waren mal eben 180€. Auch hier hat sich das Konto bezahlt gemacht.

4. Konto für das Auto

Werkstatt, neue Reifen, Bremsen, Wartung. Auto ist und bleibt Luxus und ein teurer Spaß. Die letzten Jahre hatte ich zum Glück nur Ausgaben für Wartung und TÜV. Mittlerweile wird auch mein Auto älter, sodass ich im letzten Jahr das erste Mal neue Winterreifen und neue Bremsen benötigte. Und Schwups sind 700€ weg… Zum Glück lag das Geld auf dem Auto-Konto. Hast du auch ein Auto und ärgerst dich über unerwartete Werkstattkosten? Dann lege doch etwas Geld monatlich beiseite und wenn es dann benötigt wird, ist es da.

5. Konto für Kleidung/ Freizeit

Ich hatte früher einen Berg voll Kleidung im Schrank und vieles davon nicht oft getragen. Mittlerweile arbeite ich an einer minimalistischen Garderobe. Jedes Teil ein Lieblingsteil. Lieber weniger, dafür hochwertiger und langlebiger. Slow Fashion statt Fast Fashion. Wenn ein Teil kaputt geht und nicht repariert werden kann, dann wird es ersetzt. Und genau dafür ist ein Kleidungskonto. Du brauchst kein Kleidungskonto? Dann nenne es vielleicht Freizeitkonto? Für kostspielige Hobbys oder Ausflüge.

Flexibilität und Bedarf ist gefragt

Die Kontennamen passen nicht zu deinem Bedarf? Dann benenne die Konten doch einfach anders? Wichtig ist nicht der Name dahinter, sondern die Technik. Geld weglegen, für Kosten die innerhalb des Jahres entstehen.

Sparen in der Not

Zu guter Letzt ein kleines Beispiel: Ich hatte bereits erwähnt, dass wir mittlerweile das Urlaubskonto auf einem gemeinsamen Tagesgeldkonto besparen (ebenso wie ein Haus-Rücklagen-Konto). Statt dem Urlaubskonto habe ich das Konto eine Zeitlang „Kind“ genannt und Geld für die Erstausstattung angespart. Mittlerweile heißt dieses Konto bei mir „Elternzeit“ und unser kleiner Mann hat ein eigenes Sparkonto erhalten, auf welchen wir für größere Anschaffungen (z.B. den zweiten Kindersitz oder auch neue Kleidung und Schuhe) ein Teil des Kindergeldes ansparen. Als langfristige Anlage haben wir zudem für Emil ein ETF-Sparplan angelegt, welcher ebenfalls mit einem Teil des Kindergeldes bespart wird.

1 Kommentare

  1. Toller Beitrag, ich lese meist Blogs im Bezug auf Finanzen und den Umgang mit Geld und freue mich auch mal bei einem Elternblog etwas darüber zu lesen. Das 6 Konten Modell ist gut strukturiert und hilft hoffentlich vielen anderen auch weiter.

    Ich würde dir aber empfehlen, falls du es nicht schon tust, auch an deinen Ruhestand zu denken und dafür zu sparen. Das ist ein wirklich wichtiges Thema, das viele vergessen, gerade Eltern oder Mamablogs.

    Gruß Sani

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