Meine erste Schwangerschaft: Blutungen, Schmerzen & ein Happy End

Meine erste Schwangerschaft und eine unentdeckte Endometriose
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Triggerwarnung

Heute vor zwei Jahren saß ich hochschwanger zuhause bzw. eigentlich war es eine Mischung aus liegen und sitzen. Denn so richtig sitzen konnte ich nicht mehr. Meine erste Schwangerschaft war zum Abgewöhnen. Geprägt von Schmerzen, Blutungen, Sorgen und Krankenhausaufenthalten. Viele liebe Menschen, die mich während dieser Zeit begleitet haben, würden das selbst heute noch unterschreiben. Was ich damals noch nicht wusste: Ich hatte Endometriose im Stadium 3.

Diese Diagnose erhielt ich jedoch erst sieben Monate nach der Geburt meines Sohnes. Und eigentlich nur durch einen Zufall. Im Nachhinein erklärt sie jedoch zum Teil die Probleme, die ich während meiner ersten Schwangerschaft hatte. Doch zu dieser Diagnose in einem anderen Beitrag mehr.

Vorweg: die Schwangerschaft war schwierig, jedoch mit einem wundervollen Happy End!

Mein Sohn ist mein kleines Wunder! Ich bin so dankbar und glücklich, dass alles gut ausgegangen ist. Und ja, das durchhalten und ertragen der Schmerzen und Sorgen war es wert. Ich habe immer wieder zu meinem kleinen Mann im Bauch gesagt: „halte durch, wachse weiter, nehme dir was du brauchst. Mama schafft das schon. Hauptsache du kommst gesund auf die Welt“.

Mit meiner Geschichte möchte ich Mut machen. Wir Frauen sind stärker, als wir denken. Und leider ist nicht immer jede Schwangerschaft schön. Auch ich war körperlich und psychisch am Ende. Aber es hat sich gelohnt! Am Ende lag mein kleines Wunder in meinen Armen und alle Sorgen und Schmerzen waren wie weggeblasen.

Erfahrungsbericht über meine erste Schwangerschaft mit einer noch unbemerkten Endometriose

Und nun zu meiner Geschichte: Geplant schwanger – ohne Probleme

Meine Schwangerschaft startete, wie viele es sich sicherlich auch wünschen. Wir waren frisch umgezogen und wollten mit der Familienplanung starten. Die letzten vier Jahre hatten wir bereits mit NFP verhütet, daher kannte ich meinen Zyklus recht gut.

Und jetzt war es endlich so weit. Wir wollten ein Baby! Gesagt, getan. Noch im gleichen Monat wurde ich schwanger. Zu Beginn ging es mir ziemlich gut. Wir waren glücklich und genossen die ersten Wochen.

Schmierblutungen in der Schwangerschaft – so hatte ich mir meine erste Schwangerschaft nicht vorgestellt.

Dies war jedoch leider nur von kurzer Dauer, denn schon in der 9. Woche habe ich Schmierblutungen bekommen. Dem Baby ging es gut. Die Gynäkologin war ratlos. Ich wurde krankgeschrieben, sollte mich schonen. Die Blutungen gingen weg, ich ging wieder arbeiten. Die Schmierblutungen kamen jedoch wieder. Ich wurde wieder krankgeschrieben und erhielt schließlich in der 11. Woche ein Beschäftigungsverbot, zunächst bis zur 20. Woche.

Ich hatte dann nochmal ein paar gute Wochen, in denen es mir richtig gut ging. Ich schonte mich immer noch, die Schmierblutungen kamen und gingen. Die Schwangerschaft konnte ich trotz allem auch etwas genießen. Da ich bereits vor der Schwangerschaft Pilates gemacht habe, nutze ich meine Zeit und ging zu einem Pilateskurs für Schwangere.

An die hin und wieder auftretenden Schmierblutungen hatte ich mich irgendwann gewöhnt und verfiel nicht mehr in Panik. Mit dem Baby war alles in Ordnung. Meine Frauenärztin vermutetet, dass es an einer sehr guten Durchblutung lag und dann auch ein Nieser schon ausreiche, um leichte Blutungen zu bekommen. Mein BV wurde dennoch bis zum Ende der Schwangerschaft verlängert. Zum Glück, denn in der zweiten Hälfte meiner Schwangerschaft benötigte ich alle meine Kraftreserven (physisch wie psychisch).

Es wird ein Junge!

In der 19. Woche erfuhren wir, dass wir einen Jungen bekommen. Jetzt konnten wir uns also auch farblich etwas auf das Baby einstimmen und die Wandfarben für das Kinderzimmer aussuchen. Ich machte viele Spaziergänge, ging zum Pilates, lag auf der Couch und häkelte Körbchen für den Wickeltisch. Den Hochsommer verbrachte ich hauptsächlich im Haus, da ich die Hitze nicht mehr so gut vertrug. Und wir gingen gemeinsam auf die ersten Babyflohmärkte.

Aua, mein Rücken…

In der 23. Woche ging es dann los. Rückenschmerzen kannte ich bis dato kaum. Doch nun erfuhr ich, wie unangenehm sie sein können. An Pilates war nicht mehr zu denken. Meine Hebamme machte Akupunktur und tapte mich. Die Schmerzen wurden jedoch unerträglich. In der 24. Woche fuhren wir das erste Mal ins Krankenhaus (es war natürlich Wochenende). Ich wusste nicht mehr was und wo es mir überall wehtat. Mein Bauch fühlte sich hart an und ich konnte nur noch mit Hilfe laufen. Unserem kleinen Zwerg ging es zum Glück gut, weshalb ich direkt wieder nach Hause gehen durfte.

Der erste Krankenhausaufenthalt in der 25. Woche.

Zuhause wurde es jedoch nicht besser. Ich übergab mich vor Schmerzen, es blieb nichts mehr in mir drin, weder Essen noch Wasser. Ich lag nur noch zitternd und wimmernd in Embryohaltung auf meinem Bett. Nach drei Tagen konnte ich nicht mehr und unsere Hebamme schickte mich wieder ins Krankenhaus (es war natürlich wieder Wochenende).

Diagnose: Hexenschuss und Nierenstau. Ich war dehydriert und in der Ketose. Die Erlösung war dann ein Zugang, eine Infusion, Zuckerwasser und Schmerzmittel (Paracateamol). Endlich konnte ich das erste Mal seit einigen Nächten etwas schlafen. Nach drei Tagen durfte ich wieder nach Hause gehen. Meinem kleinen Mann im Bauch ging es zum Glück hervorragend, er wuchs fleißig weiter und schien sich zu nehmen, was er brauchte. Ich hingegen hatte 1 kg abgenommen.

Wieder zuhause, mein bester Freund die Wärmflasche!

Zuhause bekam ich weiterhin Akupunktur von meiner Hebamme, ging zu einer Cranio Sacral Therapeutin und musste versprechen Paracetamol zu nehmen, sofern die Schmerzen schlimmer wurden. Ausgerechnet ich, die ansonsten alles pflanzlich und auf natürlichem Weg behandelte. Außerdem zogen ein Gymnastikball und ein Sitzkissen ein. Denn normal auf einem Stuhl sitzen war so gut wie unmöglich.

Die Wärmflasche wurde mein treuer Begleiter und hielt sich dank der Umstandskleidung selbst beim Gehen wunderbar in der Ischias-Region. Die Badewanne wurde mein Wellness-Paradies. Im warmen Wasser waren die Schmerzen erträglich und gut auszuhalten. Und auch mein kleiner Bauchzwerg schien das Baden zu genießen. Es ging mir zum Glück wieder besser. Ich bereitete die ersten Anträge vor (Elterngeld, Kindergeld etc.) und schrieb Schwangerschaftstagebuch.

Der zweite Krankenhausaufenthalt

In der 29. Woche dann leider der Rückfall. Die Schmerzen waren wieder unerträglich. Ich konnte nicht mehr laufen und lag nur noch zusammengekauert und stöhnend auf dem Bett. Wir fuhren wieder ins Krankenhaus. Dieses Mal half das Paracetamol nicht mehr und ich erhielt ein Opiat gegen die Schmerzen.

Nun hatten mein kleiner Mann und ich also den ersten Rausch gemeinsam. Wie wunderbar es mir danach ging. Schmerzfrei! In dem Moment war es wirklich großartig. Ich war einfach nur dankbar, schmerzfrei zu sein. Und vor allem dankbar, dass es meinem kleinen Mann im Bauch trotz allem gut ging und er weiter fleißig wuchs.

Der Nierenstau war mittlerweile 2. Grades. Wegen der Schmerzen im Rücken/Ischias wurde ein Orthopäde hinzugezogen. Dieser sagte es seien Dehnungsschmerzen. Diese kämen bei einigen Frauen so extrem vor, dass sie vor Schmerzen durch die Decke gehen würden. In meinem Fall nahm ich auch die Stockwerke über der Decke und das Dachgeschoss mit. Ich weiß nicht mehr, wie oft ich mich vor Schmerzen übergeben musste.

Der dritte Krankenhausaufenthalt in der 31. Woche

Und wieder ging es ins Krankenhaus. Dieses Mal -ach wunder- wegen Blutungen. Ich wollte nicht, denn meinem kleinen Mann im Bauch ging es gut. Meine Ärztin ließ jedoch nicht mit sich reden und hatte bereits im Krankenhaus angerufen. Im Krankenhaus konnten sie nichts feststellen und vermuteten ebenfalls, dass die Blutungen von einer sehr guten Durchblutung kamen.

Leider hatte ich zu diesem Zeitpunkt ebenfalls ein erhöhtes Risiko für eine Frühgeburt (bis dato wusste ich nicht einmal, dass so etwas getestet werden kann). Mir wurde Bettruhe verordnet, wodurch leider meine Rückenschmerzen wieder unerträglich wurden. Also gaben sie mir wieder Paracetamol und als das nicht mehr half, schließlich wieder das Opiat.

Ich wollte nach Hause. Zunächst sollte ich jedoch 24h blutungsfrei sein, so die Ansage der Ärzte. Ein weiteres Konsil mit einem Orthopäden und eine MRT Untersuchung später, waren sie immer noch nicht schlauer. Dafür ich jedoch mit den Nerven am Ende. Ich wollte einfach nur noch nach Hause. Am Nikolaustag 2018 wurde ich schließlich nach 8 Tagen und trotz Schmierblutungen endlich entlassen.

Es geht los..

Zuhause machten wir es uns gemütlich. Wir verbrachten ein ruhiges Weihnachtsfest. Waren sogar Anfang Januar noch einmal auswärts essen (ich habe eine ganze Stunde durchgehalten!). Und dann genau 37. + 0 ging es los. Ich stand stöhnend in der Küche. Mein Mann sprang sofort auf „das sind Wehen“. Ich widersprach noch…immerhin hatte ich doch noch drei Wochen. Da ich allerdings wieder Blutungen hatte (dieses Mal frisch) fuhren wir wieder in die Klinik (nachdem mein Mann sich statt T-Shirt noch ein Hemd angezogen hatte, er wollte doch hübsch für die Ankunft des kleinen Mannes sein *g*).

Und was soll ich sagen. Mein Mann hatte recht 🙂 ich hatte neben den Wehen auch einen leichten Abgang von Fruchtwasser. Knappe 20 Stunden später brachte ich auf natürlichem Weg unseren Sohn auf die Welt. Er war gesund und munter und wie die Ärzte so schön sagten „reif“ geboren.

Mit der Geburt waren dann auch alle Schmerzen und Probleme wie weggeblasen. Der Nierenstau hatte sich nach 5 Minuten Pipi machen!!! aufgelöst, die Rückenschmerzen waren weg. Mir ging es blendend, trotz einiger Geburtsverletzungen. Bei einer späteren Nachsorgeuntersuchung wurde dann schließlich eine Zyste am Eierstock entdeckt, die mittels Bauchspiegelung entfernt werden musste. Aber dazu in einem weiteren Beitrag mehr…

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