6 Finanztipps für eine entspannte Elternzeit

6 Finanztipps für eine entspannte Elternzeit

Ein Kind stellt das ganze Leben auf den Kopf. Deinen Alltag, die Beziehung, die Finanzen. Einfach alles. Gerade die ersten Wochen mit Baby wollten wir nutzen um uns kennenzulernen, uns zu erholen und die Zeit als neue kleine Familie zu genießen. Wer möchte in dieser Phase schon über Finanzen nachdenken müssen? Wir wollten es nicht. Wir haben lieber die Zeit in der Schwangerschaft genutzt und uns in aller Ruhe auch finanziell auf das Abenteuer Kind und die damit verbundene Elternzeit vorbereitet. Zum Glück gibt es Finanztipps für eine entspannte Elternzeit, die du schon in der Schwangerschaft umsetzen bzw. vorbereiten kannst!

Vom Staat gibt es normalerweise Elterngeld (Basiselterngeld) in Höhe von 65% vom Nettogehalt (Weihnachts- oder Urlaubsgeld werden nicht berücksichtigt; Geringverdiener*innen erhalten mehr). Dies bedeutet gleichzeitig im Vergleich zum vorherigen Vollzeitgehalt eine Lücke von 35%. Und die muss irgendwie gewuppt werden. Für das Kind gibt es außerdem Kindergeld.

Ein Kind ist ein kleines Wunder und die gemeinsamen Erlebnisse nicht mit Geld zu bezahlen. Zumindest ich kann dies aus vollem Herzen sagen. Ich möchte keine Sekunde missen, jede einzelne war es Wert. Dennoch lassen sich die finanziellen Einbußen nicht wegdiskutieren.

Wegdiskutieren geht also nicht, jedoch ist es möglich sich darauf vorzubereiten. Hier nun meine 6 Finanztipps für eine entspannte Elternzeit.

1. Ausgaben überprüfen und reduzieren

Wahrscheinlich der einfachste Punkt. Wenn am Ende des Monats mehr übrig bleiben soll gibt es nur zwei Möglichkeiten. Weniger ausgeben oder mehr verdienen. Ich glaube die wenigstens können ad hoc sagen, wie hoch die eigenen Fixkosten sind.

Eine bevorstehende Elternzeit ist ein idealer Anlass alle seine Ein- und Ausgaben einmal aufzulisten und genauestens unter die Lupe zu nehmen. Muss es wirklich ein teurer Handy-Vertrag sein oder reicht ein Prepaid-Vertrag? Das Zeitschriften-Abo läuft schon seit Jahren, aber Zeit sie zu lesen hast du gar nicht? Deinen Stromvertrag und die Versicherungen hast du schon seit Jahren nicht mehr überprüft und sind vielleicht bei einem anderen Anbieter günstiger?

2. Elterngeld erhöhen: durch einen Minijob

Das Elterngeld berechnet sich auf Grundlage des durchschnittlichen Nettoeinkommens der letzten 12 Monate. Je höher das Nettogehalt ist, desto höher fällt auch das Elterngeld aus. Und genau das macht ein Minijob, er erhöht dein Nettogehalt und somit dein Elterngeld. Ich hatte selbst einige Jahre lang neben meinem Vollzeitjob einen Minijob, den ich vollständig aus dem Home Office gemacht habe.

3. Elterngeld erhöhen: die Steuerklasse wechseln (nur verheiratete)

Dieser Punkt von den Finanztipps für eine entspannte Elternzeit lässt sich leider nur von verheirateten Paaren umsetzen: Ein Wechsel in die Steuerklasse 3 kann das Elterngeld erhöhen. Denn ein höheres Nettoeinkommen führt zu einem höheren Elterngeld. Allerdings nur, wenn du mindestens sieben Monate vor der Geburt die Steuerklasse gewechselt hast. Bzw. sieben Monate vor Beginn der Elternzeit. Frühzeitige Planung ist daher leider unabdingbar.

4. Spar- und Rücklagekonten füllen

Auto, Kleidung, Rücklagen, Kind…die Ausgaben gehen auch trotz und mit Elternzeit weiter.

Beim Auto steht der TÜV an oder ein Ölwechsel wird fällig? Und auf einmal ist es nicht nur der TÜV sondern auch noch neue Bremsen? Und dann geht auch noch die Waschmaschine kaputt?

Dank ungeplanter und unvorhersehbarer Dinge, wird es schnell teuer. Ach und nach der Schwangerschaft passen die alten Sachen nicht mehr? Oder du fühlst dich einfach in den engen Shirts nicht mehr wohl und ein paar Stillshirts müssen her?

Ui und ein Kind kann auch teuer sein…die Erstausstattung ist vollständig – dachte man zumindest – und auf einmal möchte man doch noch eine Trage kaufen.

Tja, dann ist es doch entspannend, wenn nun einfach auf gut gefüllte Sparkonten zurückgegriffen werden kann! Insbesondere beim ersten Kind und mit einem Vollzeitjob ist die Schwangerschaft der ideale Zeitraum seine Konten gut zu füllen.

5. Elterngeld richtig wählen: Basiselterngeld oder ElterngeldPlus

Du möchtest bereits während der Elternzeit wieder in Teilzeit arbeiten? Grundsätzlich wird ein Hinzuverdienst immer auf das Elterngeld angerechnet. Die Anrechnung des Zuverdienstes wurde für das ElterngeldPlus jedoch modifiziert. Aus diesem Grund kann es sich finanziell lohnen, sich für ElterngeldPlus statt Basiselterngeld zu entscheiden.

Vereinfacht formuliert ist das ElterngeldPlus halb so hoch wie das Basiselterngeld, wird dafür jedoch doppelt so lange gezahlt. Aus diesem Grund bietet es sich ebenfalls an sich für das ElterngeldPlus zu entscheiden, wenn du länger als ein Jahr Elternzeit nehmen und über die gesamte Zeit ein regelmäßiges Elterngeld-Einkommen erhalten möchtest.

Die Zeiträume von Elternzeit und Elterngeld müssen nicht identisch sein bzw. sind es auch häufig nicht. Zudem ist es auch möglich Elterngeld zu beziehen, ohne gleichzeitig in Elternzeit zu sein (z.B. Hausfrauen, Studenten, Selbstständige). Lediglich Angestellte müssen Elternzeit beantragen, um Ihre Arbeitszeit zu reduzieren und Elterngeld erhalten zu können.

6. Elterngeld nicht verschenken: Elterngeldantrag vorbereiten und rechtzeitig einreichen

Um finanzielle Nachteile zu verhindern, solltest du das Elterngeld nicht nach Kalendermonaten wählen. Besser ist es das Elterngeld ab dem Tag der Geburt zu beantragen. Beispiel: Das Kind ist am 15.05.20 auf die Welt gekommen. Wenn du jetzt das Elterngeld ab dem 01.06.20 beantragt, wird dir dein Einkommen vom 15. – 31.05.20 voll auf das Elterngeld angerechnet.

Außerdem wird das Elterngeld nur drei Monate rückwirkend ausgezahlt. Wenn du es später beantragst, verschenkst du dein Elterngeld. Idealerweise bereitest du den Antrag bereits während der Schwangerschaft vor. Nach der Geburt musst du diesen dann nur noch vervollständigen und abschicken.

6 Finanztipps Elternzeit

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