Kindergeld sinnvoll nutzen – ausgeben, sparen, anlegen?

Kindergeld sparen, anlegen, ausgeben

Wir haben uns schon früh gefragt, was wir mit dem Kindergeld für Emil machen möchten bzw. wie wir es für ihn auch langfristig sinnvoll nutzen können. Und schnell war uns klar, dass wir einen Teil vom Kindergeld anlegen, einen Teil sparen (parken) und einen Teil auf dem Girokonto für monatliche Ausgaben liegen lassen werden.

Doch schauen wir uns zuerst einige Eckdaten an.

Wofür wird Kindergeld gezahlt und wer erhält es?

Mit dem Kindergeld soll die grundlegende Versorgung der Kinder in Deutschland sichergestellt werden. Das Kindergeld wird einkommensunabhängig für Kinder unter 18 Jahren und darüber hinaus unter bestimmten Bedingungen (z.B. Kind in Ausbildung) auch für Kinder zwischen 18 und 25 Jahren gezahlt. Der Wohnsitz oder der gewöhnliche Aufenthalt des Kindes muss dabei für gewöhnlich in Deutschland oder in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union sein.

Stand März 2020 beträgt das Kindergeld:

  • für das erste und zweite Kind monatlich 204 Euro,
  • für das dritte Kind monatlich 210 Euro
  • und für das vierte und jedes weitere Kind monatlich 235 Euro.

In 18 Jahren ergibt dies für ein Kind 44.064€ Kindergeld.

Viele weitere Informationen zum Kindergeld könnt ihr auf den Seite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und der Bundesagentur für Arbeit finden.

Was kostet ein Kind im Monat?

Das Statistische Bundesamt hat es berechnet. Durchschnittlich geben Eltern für ihr Kind 660€ im Monat aus. Davon wurde die Hälfte zur Deckung der Grundversorgung (Ernährung, Bekleidung, Wohnen) ausgegeben.

Grundsätzlich lässt sich sagen, je älter die Kinder, desto höher auch die Kosten.

  • In den ersten 6 Jahren gaben Eltern für ihr Kind 587€ pro Monat aus, wobei hiervon ein größerer Posten die Kinderbetreuung war.
  • Zwischen 6 und 12 Jahren 686€ pro Monat und
  • von 12 bis 18 Jahren 784€ im Monat.

Kennt ihr noch den Spruch: „Ein Kind kostet bis zur Volljährigkeit soviel wie ein Einfamilienhaus“? Nun, dieser trifft auf die heutige Zeit nicht mehr zu. In 18 Jahren kommt dennoch eine stolze Summe von 148.104€ zusammen. Anschließend folgt in vielen Fällen die Ausbildungs- oder Studienzeit.

Dem gegenüber stehen die vielen fröhlichen Erlebnisse, kleine & große Freuden und strahlende Kinderaugen. Kosten: Unbezahlbar!

Was sich nicht wegdiskutieren lässt: Kinder kosten Geld.

Selbst wer sparsam lebt, auf Flohmärkten einkauft und in den ersten Jahren nicht die teuersten Windeln kauft, wird Geld ausgeben. In der heutigen Zeit stellen sich viele mittlerweile die Frage, ob sie sich ein zweites Kind leisten können oder auch möchten. Angesichts der Zahlen absolut verständlich und dennoch auch traurig…

Wie kann das Kindergeld sinnvoll genutzt werden?

Für diese Frage gibt es weder eine falsche, noch eine richtige Antwort. Sondern nur viele individuelle Wege und Lösungen. Denn letzen Endes entscheidest du als Mama oder Papa, was ihr mit dem Kindergeld macht bzw. wo und wie es benötigt wird.

Ich möchte euch an dieser Stelle unsere Lösung vorstellen. Worüber ich mich jedoch freuen würde: wenn ich euch dadurch vielleicht ein klein wenig inspirieren würde kreativ zu werden. Denn es gibt mehr Möglichkeiten, als das Kindergeld vollständig Monat für Monat auszugeben.

Wie wir das Kindergeld nutzen.

Wir haben das Kindergeld in drei Teile aufgeteilt und gehen dabei genauso vor wie mit unserem eigenen Geld. Geld das geparkt oder angelegt werden soll, wird sofort per Dauerauftrag weg überwiesen.

1. Ausgeben

Zu diesem Punkt war unsere erste Überlegung: was kosten Windeln im Monat. Zu Beginn haben wir Windeln im Drogeriemarkt gekauft und nach einigen Monaten sind wir auf ein Windelabo umgestiegen. Brei habe ich selbst gekocht und nur für unterwegs oder im Urlaub sind wir auf fertige Gläschen ausgewichen. Zudem hatten wir das Glück, dass wir keine Premilch benötigten. Ich habe von Beginn an gestillt und tue es bis heute noch (klein Emil ist mittlerweile fast 15 Monate alt).

Die einzigen Fixkosten, waren somit die Windeln und ab und an die nächste Größe an Kleidung. Daher haben wir von Anfang an 54€ auf dem Girokonto zum Ausgeben belassen.

2. Parken bzw. Sparen für größere Anschaffungen

Kindersitz, größeres Bett, Schuhe sind nur einige der größeren Anschaffungen in den ersten Jahren. Um diese vom Kindergeld bezahlen zu können, „parken“ wir monatlich 100 € vom Kindergeld auf dem Tagesgeldkonto.

Ich habe derzeit Tagesgeldkonten bei Moneyou und bei der RaboDirect. Beide bieten die Möglichkeit an mehrere Unterkonten zu eröffnen, leider gibt es dort derzeit keine attraktiven Zinsen mehr. Einen besseren Zinssatz gibt es derzeit bei der LeasePlanBank. Alle drei haben ihre Wurzeln in den Niederlanden. Die Ersparnisse sind bei allen Banken bis zu 100.000€ durch die niederländische Einlagensicherung geschützt.

Sollte das Tagesgeldkonto merklich voll sein bzw. das Geld dort nicht mehr in diesem Umfang benötigt werden, würden wir die Summe Anlegen (siehe Punkt 3) und den monatlichen Betrag reduzieren.

3. Langfristig Anlegen

Für eine langfristige Anlage gibt es grundsätzlich mehrere Möglichkeiten. In Zeiten des Niedrigzins sind leider nicht mehr alle lukrativ. Vor einigen Jahren hatte ich unter anderem einen Bank-Sparplan. Damals gab es noch einen ordentlichen Zinssatz über die gesamte Laufzeit und on Top einen Bonus. Mittlerweile ist dies Geschichte.  Festgeld war lange Jahre attraktiv und ist auch sicherlich bei Bedarf einer sehr sicheren Anlagen immer noch interessant. Für uns gab es aber derzeit nur eine Option: ETFs

ETFs

Für uns kam nur ein ETF-Sparplan in Frage. Langfristig betrachtet garantiert dieser die besten Renditen und dies bei einem verhältnismäßig überschaubarem Risiko.

Dir sind ETFs noch völlig unbekannt? Dann schau doch kurz hier vorbei.

Um das Risiko breit zu streuen haben wir uns für einen ETF auf den MSCI World entschieden. Im MSCI World sind die nach Börsenwert größten Unternehmen aus 23 Industrieländern gebündelt, immerhin mehr als 1.600 Unternehmen. Die weltweite Ausrichtung und die hohe Anzahl an Unternehmen bedeuten eine größere Risikostreuung, als es z.B. beim DAX mit nur 30 Unternehmen aus Deutschland der Fall wäre.

Wie funktioniert der ETF-Sparplan.

Zunächst muss ein Depot eröffnet werden. Wir haben für Emil bei einem Online-Broker ein Online-Depot abgeschlossen. Es war die für uns kostengünstigste Möglichkeit ein Depot auf seinen Namen abzuschließen.

Vor- und Nachteile über ein Depot auf den Namen deines Kindes und welche Banken noch ein „Junior-Depot“ anbieten findest du hier.

Neben dem eigentlichen Online-Depot existiert dort ein Verrechnungskonto (verfügt über eine normale IBAN). Auf dieses Konto überweisen wir monatlich per Dauerauftrag 50€. Auch Großeltern oder weitere Verwandte könnten auf das Verrechnungskonto Geld überweisen. Vom Verrechnungskonto aus wird das Geld dann mit Hilfe eines ETF-Sparplans angelegt. Dieser muss einmalig angelegt werden, alles weitere passiert anschließend automatisch.

Und hier eine kleine Beispielrechnung:

Bei einem erwarteten Wertzuwachs von 7% p.a. (durchschnittliche Rendite eines MSCI World ETF) kann bei einer Einlage von 50 € pro Monat innerhalb von 18 Jahren (10.800 € in 18 Jahren) eine Summe von knapp 21.827,38 € angespart werden.

Dies ist bereits ein recht nettes Sümmchen und ermöglicht nicht nur den Führerschein sondern auch einen guten Start für Studium oder Beruf. 🙂

Du möchtest selber eine Beispielrechnung aufstellen? Ich habe diesen ETF-Sparplanrechner verwendet.

Quellen: BMFSFJ, Arbeitsagentur, DESTATIS, Deutschland.deFinanztip

 

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